The Pirate Round

BUCH 2: Vorrede und Achter Teil

Worin die Piraten auf Kaperfahrt aufbrechen

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Nach dem spectaculären und merkwürdigen Schluss des Ersten Buches soll die Neugier des geneigten Lesers auf die weiteren Abenteuer unserer Piraten nicht zu sehr durch lange Vorreden auf die Probe gestellt werden. Erneut will ich mich nur dafür aussprechen, dass, sollte bisher schon Vorgefallenes sein, was unglaublich erscheinen mag, es im Folgenden nur noch ärger erscheinen wird. Dennoch verbürge ich mich dafür, dass ich alles getreulich der Wahrheit gemäß schildern werde. Alles was allzu wundersam erscheinen mag, soll im Laufe der Zeit aufgeklärt werden. Man möge sich also in Geduld üben und versuchen, die Welt der Karibischen See zu begreifen, die unter ihrer Oberfläche der unseren doch so fremd ist.

Nachdem die Piraten von Tortuga ausgiebig ihren Sieg über die Spanische Flottille gefeiert hatten und der dazu unerlässliche Rum zur Neige ging, flogen die Seeräuberschiffe aus in alle Himmelsrichtungen, um nun mit neu gewonnener Entschlossenheit ihrem unehrlichen Tagwerk nachzugehen. Auch Kapitän Kidd nahm Abschied von LaPierre und den anderen; er hatte die Antigua in den Händen der Maroons zurückgelassen und machte sich als Passagier eines schnelleren Schiffes auf den Weg in den Hafen von New York, wo er einflussreiche Gönner besaß.
Und auch die Rapture stach in See, nachdem mit dem aus dem Kerker von Port Royale befreiten Piraten “Red Legs” Greaves ein neuer und sehr erfahrener Steuermann angeheuert wurde. Dieser war schottischer Abstammung, es war also Streit mit James Sedgemoore zu befürchten – doch ohne Grund, da dieser viel zu sehr durch galante Gesprächen mit der bildhübschen Li-Ani aus Dahn-Tis Stamm okkupiert war.

Die Seeräuber nutzten das günstige Wetter des Frühjahrs aus um in der Passage der Winde vor Kuba auf Fischzug zu gehen. Und tatsächlich mussten sie nicht lange suchen, ehe ihnen ein kleiner Konvoy von drei holländischen Handelsschiffen ins Kielwasser kam, die so früh im Jahr noch nicht mit einem Piratenüberfall gerechnet hatten. Ein paar Salven und beherzte Enterung später waren die Seeräuber Herren über eine ansehnliche Prise, die sie anschließend in Port Royale mit der Hilfe Peter Bloods und eines namenhaften Händlers zu Geld machten. Der Name des Händlers soll hier nicht genannt werden, jedoch war er aus familiären Gründen den Piraten zu Dank verpflichtet – der aufmerksame Leser wird daraus alles nötige erschließen können.

Peter Blood war es, der in seiner Rolle als Hüter oder Verwalter der Bruderschaft die Bitte an die Piraten herantrug, südlich von Jamaika die Augen nach dem gestrandeten ehemaligen Schiff des vor Tortugas gefallenen Albert de Montblanc offen zu halten und etwaige belastende Schriftstücke zu bergen, ehe sie in die falschen Hände geraten könnten. Tatsächlich konnte die herausragende Navigation Black Johns das Wrack sehr schnell ausfindig machen, und zwischen Seelöwen und den Geistern der Ertrunkenen machte man sich daran, das Schiff zu durchsuchen. Dort machten sie gleich zweierlei Entdeckung:
Zum einen fanden sie Beweise dafür, dass der jetzige Gouverneur Port Royales ein Aufschneider war, und der echte Gouverneur von Montblanc und Mason in ihrem Versteck in Yukatan gefangen gehalten wurde. Zum anderen sah sich Kapitän LaPierre unvermittelt Auge in Auge mit einem sogenannten Zombi, einem von dunklen Vodun-Meistern beherrschten Wiedergänger. Wir werden an anderer Stelle weitere vorsichtige Vermutungen über ihre Herkunft und Natur anstellen. So aufgeklärt sein Weltbild auch war, er konnte nicht leugnen was Dahn-Tis Dolch da direkt vor ihm von seinem Schicksal erlöste. Dieses Zeichen war ein sehr düsteres, daher argwöhnte man Laurens Prins hinter dieser Gotteslästerung. Es ward beschlossen, dem Rätsel rasch und gründlich nachzugehen …

ENDE VOM ACHTEN TEIL

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