The Pirate Round

BUCH 3: Vorrede und Fünfzehnter Teil

Worin für die Liebe gekämpft wird

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Ich sprach davon, dass die Mannschaft nun gemeinsam große Aufgaben zu bewältigen hatte. Der geneigte Leser muss mir, der ich nur das schreibe, was wirklich vorgefallen ist, verzeihen, wenn dies sich nicht immer so glücklich fügt, wie es in den Romanen erzählt wird. Dabei war ihr Ansinnen durchaus nobel: Marie de L., die verlorene Geliebte von Ben Marlowe alias Francois LaPierre sollte aus den Fängen des üblen Barons Diego von Pamplona befreit werden, die sie in einem befestigten Kloster auf Margarita zur Heirat zwingen wollte. Und unseren Piraten gelang dies durchaus – doch zu einem grausamen Preis. Aber genug von meiner Vorrede, es soll die Stimme von Black John selbst gehört werden, der das Geschehen direkt zu Papier brachte.

Tagebuch von Black John

Verfluchte Tage
Lange ist es her, das ich das letzte Mal Tinte auf diese Seiten aufgebracht habe, doch so ist nun einmal das Leben eines Piraten. Keine Zeit zum Schreiben, doch nach diesen Tagen packt mich nun das Verlangen, mir von der Seele zu schreiben was geschah.
Sollten in meinem Herzen jemals auch nur noch die geringsten Zweifel geschlummert haben, was nun meine Bürde ist, so sind sie nach diesen Tagen in Finsterniss ertränkt worden.

LaPierre und ich standen am Kai, auf irgendeiner dieser gottverlassenen Inseln, wie es so viele gibt in der Karibik und die Verzweiflung stand uns ins Gesicht geschrieben. Hatte doch eine Seeschlange unsere beiden teuren Freunde Dahn-Ti und Sedgemoore scheinbar verschlungen und unsere Reise, sie wieder zu bringen endete in einer Sackgasse. Dieser Krüppel, der uns in diese Sackgasse geschickt hatte … ich wünsche ihm die Pest an den Hals. Aber ich schweife ab.

Jedenfalls meinte es das Schicksal einmal gut mit uns und die See gab uns unsere beiden Freunde wieder. Die Umstände wie es dazu kam werde ich vielleich an anderer Stelle notieren, doch sind sie heute nicht von Belang.

Die Zeit drängte uns, da LaPierres große Liebe doch nun schon bald an den Baron von Pamplona verheiratet werden sollte. Daher eilten wir mit dem Wind im Rücken so schnell es ging zu ihrer Rettung. Der Inquisitor, das Meer möge seine schwarze Seele verschlingen, gab uns den entscheidenden Tipp. Die Mannschaft stand wie ein Mann hinter uns, doch mussten wir sie im Dunkeln lassen über unsere wahre Motivation, da ja LaPierres Geheimnis gewahrt werden musste. Die Götter mögen uns vergeben. Die armen Männer wussten nichtmal, für welch edelen Zweck sie ihr Leben in Wahrheit gaben und trotzdem kämpften sie tapfer im Angesicht mächtiger Festungskanonen.

Doch ich greife vor. Es beschäftigt mich einfach zu sehr, an ihr Leiden zu denken und an ihren Heldenmut.

Auf der Insel angekommen, war ich in tiefer Sorge. Schliesslich lag das Kloster auf einem hohen Berg. umringt von Festungen. Unser Plan sah vor uns hinein zu schleichen, Marie zu befreien und unter der Ablenkung, die die Rapture und ihre mächtigen Kanonen bereiten sollten, zu fliehen. Noch immer mache ich mir große Vorwürfe. War es doch zu großen Anteilen mein Plan, der so viele unserer tapferen Seeleute in ihr nassen Grab schickte. Ich hätte auf die weise und kluge Dahn-Ti hören sollen! Sie empfahl, die Insel auszuspähen, doch mich trieb die Furcht, zu spät zu kommen. Ich hätte es besser wissen müssen!

LaPierre danke uns dafür an seiner Seite zu stehen. Ein bewegender Moment. Ich hätte nicht gedacht, dass dieser Lügenbold mir mal so an mein altes Herz wachsen würde. Überhaupt war es wie früher, verschworen in Blut, eine treue Gemeinschaft wie in den goldenen Tagen.

Dank Dahn-Tis meisterhafter Kletterkunst war der Weg hinein in das Kloster schnell gefunden und Sedgemoore dieser Teufelskerl steht mir im leisen Erdolchen von Spaniern zum Glück in nichts nach. Somit hatten wir etwas Zeit, uns an diesem seltsamen Ort ein wenig umzusehen. Nonnen, zum Schein. Alle gefangen und mit Masken verhülllt um Rettungsversuche zu vereiteln. Damit hatten wir nicht gerechnet und ehe wir es uns versahen begann eine Art Abendmahl. Drogen um ihnen die Stimme zu nehmen. Der Teufel möge den Baron holen! Dieses Schwein hielt sich ein Privatgefängiss und Marie war mitten unter den unglücklichen Gefangenen.

Als der Baron sich zu erkennen gab, machte er jedoch einen Fehler, der uns zum Vorteil gereicht würde. Er liess Marie aus der Menge zu sich führen und als wir dies bemerkten war Eile geboten. Dahn-Ti wollte uns wohl einen Vorteil verschaffen, als sie sah wie LaPierre, beseelt von Stärke und Mut die nur wahre Liebe verleiht, los hechtete um den Baron zu stellen und vollzog eines dieser dunklen Rituale, die nur der Vodoo kennt.

Als LaPierre vor mir durch die Tür verschwandt und sie nur für den Bruchteil einer Sekunde zu schlug, war es Sedgemoore und mir unmöglich zu folgen. Hinter der Tür befand sich nur eine Treppe und LaPierre war scheinbar verschwunden. Ob es es daran lag, dass er zu ungeahnten Kräften aufstieg, weil er Angst hatte Marie für immer zu verlieren und uns dadurch so weit vorraus rannte, oder ob die Götter ihre Hände im Spiel hatten bleibt wohl ein Rätsel.

Auf der Treppe musste Sedgemoore und ich dann feststellen, dass leider auch die Wachen bereits von unserer Anwesenheit erfahren hatten. Der Baron muss sie wohl gerufen haben, als LaPierre ihn stellte. Wärend wir nun also die Treppe bis aufs Blut gegen die Spanier hielten und unsere liebe Mühe dabei hatten LaPierre den Rücken frei zu halten, kämpfte Dahn-Ti gegen dieses Tier von Frau, dass sich der Baron als Mutter Oberin hielt. All das erfuhr ich jedoch erst später.

Dank Sedgemoores geschicktem Einsatz von Granaten und Sprengstoff konnten wir die Spanier zurück drängen und LaPierre die Zeit verschaffen, die er brauchte. Als Sedgemoore die Wachkammer sprengte und den Spaniern damit endgültig den Weg versperrte, während er von einem Scharfschützen beharkt wurde, beschlich mich bereits so ein eigenartiges Gefühl, das mir den Magen herumdrehte. Es zog mich zu LaPierre, denn ich hatte Furcht, dass er in arger Bedrängniss war. Dieser Moment, so muss ich im Nachhinein sagen, wird wohl der Moment gewesen sein, an dem das Leid meiner Freunde begann und unendliche Qualen für uns alle folgen sollten. Bis heute ist mir unklar, was nun eigentlich alles widerfahren ist und es raubt mir den Schlaf.

Ich eilte also nun die Treppe hinunter an dessen Fuß ich LaPierre fand. Sedgemoore folgte mir auf dem Fuße und wir fanden unseren Kapitän in einen blutigen Zweikampf verstrickt wieder. Sein Gesicht war fahl, an seiner Seite eine tief klaffende Wunde aus der das Blut quoll und mit seinem Körper schütze er Marie. Der Baron stand mit dem Rücken zu uns und rechnete wohl nicht mit uns, doch als ich mein Schwert erhob und Sedgemoore anlegte, bedeutete uns LaPierre, dass er dies allein erledigen wollte. So warteten wir. Das Herz schlug mir bis zum Hals und drohte zu zerpringen, als sich die Schwerter Mal um Mal kreuzten.

Die Wachen der Garnison jedoch waren zu unseren Ungunsten bedauerlicherweise auch nicht untätig geblieben und hatten einen anderen Zugang gefunden. So war LaPierre in eine Klemme geraten und da ich seinen Tod nicht mit ansehen wollte und die Zeit drängte griff ich ein. Mein erster Schlag prallte an der dicken Rüstung des Spaniers ab, doch gab es LaPierre und Marie die Chance, sich aus der Klemme befreien zu können. Sedgemoore brachte Marie die Treppe hoch und LaPierre folgte den beiden.

Ich bereitete mich darauf vor, meinen treuen Freunden Zeit zu erkaufen und wenn es nun mit meinem alten Leben sein sollte. Die Spanier sind zum Glück meist lausig mit der Muskete, weswegen uns die erste Salve verfehlte. Als ich meinen Frieden bereits gemacht hatte, stürzte jedoch die treue und unnaufhaltsame Dahn-Ti durch eines der Fenster und erkaufte mir den Moment, den ich brauchte, um die dicke Rüstung zu umgehen und den Baron zu verwunden.

Leider war auch Dahn-Ti bereits durch einen Schuss schwer verwundet und so schickte ich auch sie vor mir die Treppe hinauf. Nur wenige Sekunden nach ihr folgte ich, doch ich war zu spät. Als ich bei meinen teueren Freunden ankam, sah ich, dass Sedgemoore von einer Wunde gezeichnet wurde, wie ich sie noch nie gesehen hatte. All sein Leben schien aus ihm gewichen. Dahn-Ti wirkte ebenfalls mehr als nur körperlich verwundet. Doch blieb mir keine Zeit die Ursachen zu ergründen, waren uns doch die Spanier dicht auf den Fersen. Als das Blut meiner Freunde die Stufen hinunter lief, begann ich sie anzutreiben und wir traten die Flucht an. Durch Dahn-Tis weise Wahl des Einstiegs gelang uns durch diesen nun auch wieder die Flucht und ehe ich es mich versah verschwanden wir im Wald.

Dort war es, dass ich den Donner nur all zu vertrauter Kanonen hörte. Unsere treue Crew war gekommen uns den Weg frei zu machen. Was darauf allerdings folgte war ein Geräusch, dass ich nie vergessen werde. Der Groll der schweren Festungskanonen erfüllte die nächtliche Stille und in alle Ewigkeit werde ich mich verfluchen dafür, nicht vorher Ausschau gehalten zu haben, welche Bewaffnung unser Schiff da gegenüber stehen würde.

Wir ließen uns, mit unserem vorbereiteten Floß auf´s offene Meer treiben, wo uns die Rapture aufsammeln sollte.

Bie Tageslicht war es dann so weit. Sie erschien am Horizont und mein Herz zerbrach beinahe. Ein Mast war gefällt und die Seite voller Löcher, tief wie der Abgrund selbst.

An Bord erfuhren wir von dem ganzen Ausmaß der Schäden. 20 tapfere Piraten hatten die Götter gefordert um Marie frei zu geben und ich hatte nichts tun können ihnen zu helfen. Unter diesen armen Seelen befand sich auch Gastos, Dahn-Tis guter Freund. Splitter und Schrapnell hatten ihn zerissen. Der Arzt gab sich alle Mühe und wir mussten unsere Freunde der See übergeben, ohne ihnen eine würdige Zeremonie zu Teil werden zu lassen, um Platz für die Verwundeten zu haben. Dieser Tag wird mich auf Ewig verfolgen und die Welt ist nun nicht mehr wie zuvor. Sie ist wieder einmal dunkler geworden. Mögen mir die Männer verzeihen, dass ich nicht da war. Mögen mir meine Freunde verzeihen, dass ich sie nicht vor dem Leid bewahren konnte.

VERFLUCHT SEIST DU POSEIDON!

Jede Nacht schreie ich dies seitdem hinaus aufs Meer damit er es hören möge! Verflucht sei er. Verflucht!

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