The Pirate Round

Dritter Teil

Worin man in Port Royal anlegt

Nachdem die Piraten ihre Truhe mit dem erpressten Gold des französischen Gouverneuers gefüllt hatten, steuerten sie Port Royal auf Jamaica an, um die Cassiopée für ihren Dienst als Kaperfahrer umrüsten zu lassen. Der junge Parker verschaffte ihnen dazu im Gegenzug für seine Freilassung einen der begehrten Liegeplätze im Trockendock. Alsbald begannen die Zimmerleute damit, das Razée vorzunehmen und insgesamt das oberste Deck sowie Teile des Vorder- und Achterkastells abzubrechen, um das Schiff leichter und wendiger zu machen. Da die Cassiopée ein fein gemachtes französisches Schiff war, vertrug sie diese Umbauten außerordentlich gut und war, als sie schließlich neu aufgetakelt wurde, zu einem hervorragenden Piratenschiff. Man taufte sie auf den neuen Namen Rapture, was Entrückung bedeutet.

Die Mannschaft war in der Zwischenzeit für den Landgang freigestellt worden, wofür nach Bukanierart die Beute zu gleichen Teilen ausgegeben wurde und jeden Piraten mit einem Schlag zu einem wohlhabenden Mann machte. Um dieses unehrliche erworbenen Reichtum sogleich wieder durchzubringen strömte ein jeder in die Gassen von Port Royal, das zu jener Zeit wohl die sündigste Stadt des Westens war, in der jedes dritte Haus eine Pinte oder ein Freudenhaus war. Um diese Tage und Nächte unserer Seeräuber in Port Royal ranken sich einige Geschichten, doch ehe sie sich ans Prassen machen konnten, machten sie ihre Visitation beim Vize-Gouverneuer Peter Blood, der das Amt des seeligen Captain Morgen übernommen hatte und wie er ein Pirat gewesen war. Als solcher fungierte er als Vertreter der Bruderschaft der Küste und in ihrem Namen segnete er den Vertrag ab, mit dem LaPierre zu segeln vorhatte.

Angeblich sollen sich James Sedgemoor und Peter Blood gekannt, aber nicht außerordentlich gemocht haben. Überhaupt zeigte sich der englische Räuber in Port Royal von seiner unangenehmen Seite: Es heißt, er habe eine Schankdirne geprellt, im Rausch auf einen ehrenwerten Handelsfahrer geschossen und gar einen Drucker mit vorgehaltenen Pistolen bedroht, nur weil ihm dessen Zeitung nicht gefallen habe. Die Amazonin Dahn-Ti, die zum ersten Mal in ihrem Leben eine echte Stadt sah, verhielt sich wesentlich zivilisierter: Da sie wie viele ihres Stammes eine hervorragende Taucherin war half sie unentgeltlich bei der Bergung versunkener Handelswaren, übte sich im Rauchen heimischer Tabake und soll amüsante abergläubische Wahrsagereien über Kometen, Fluten und den Untergang der Stadt angestellt haben. Ein verständiger Leser wird dabei aber ahnen, dass dieses Gerücht wohl ernstere Wurzeln hat, als hier geschildert werden kann und kein Zufall gewesen sein mag.
Black John wiederum ließ sich zuschulden kommen, wenn vielleicht auch unabsichtlich, vielleicht einen der gefährlichsten Piraten herangezogen zu haben: Man sagt der junge Edward Thatch wäre sein Schiffsjunge gewesen und habe bei ihm die Fechtkunst und das Piratenhandwerk erlernt, mit denen er zwei Jahrzehente später unter dem Namen Blackbeard die amerikanische Küste unsicher machen würde. Den bleibendsten Eindruck muss aber Francois LaPierre hinterlassen haben, da bis heute eine Seemannsgeschichte über seinen Besuch existiert, die in etwa so lautet:
In einer Taverne gab es ein Glücksspiel, über das angeblich Neptun selbst wachen würde. Man hatte ein großes Steuerrad zu drehen, und welches Symbol dabei zum Vorschein kam, dessen Lohn oder Strafe hatte man zu erwarten. Doch unter Androhung schlimmster Flüche war es verboten, dass ein und derselbe Mann das Rad mehr als vier Mal in seinem Leben drehte, um den Gott nicht zu erzürnen. LaPierre aber lachte nur über diesen Aberglauben und drehte das Rad gleich fünf mal, wobei er ohne mit der Wimper zu zucken gar eine Pistolenkugel in den Rücken vertrug und schließlich den Hauptgewinn, ganze 1000 Pieces of Eight, ablehnte. Dies zeigt was für ein wahnwitziger Mann der Kapitän gewesen sein muss!

Jäh wurden diese Zerstreuungen aber unterbrochen, als ein Alarm in der Stadt umging: Das Schiff von Laurens de Graaf steuerte geradewegs in den Hafen. Da dieser im Jahr zuvor Furcht und Schrecken in den Gewässern von Jamaica verbreitet hatte, waren alle Leute in großer Aufruhr. Doch zu Unrecht, da er diesmal in diplomatischer Mission kam, wohl um Angelegenheiten der Bruderschaft zu bereden. Der Pöbel lief sogleich im Hafen zusammen um zu bestaunen, dass auch dieser Freibeuter gemacht war wie jeder andere Mann, de Graaf aber bat LaPierre und seine Offiziere zu einem geheimen Parlay. Dazu zogen sich die Piraten auf den alten Friedhof zurück, genauer in die Gruft des großen Captain Morgan. Auf seinem Grabstein dort sollen seine Worte verewigt sein: “Die zweite Taufe mit dem Wasser des Äquators hat den Staub unserer Heimatnationen von uns abgewaschen und uns gleich gemacht.” Was die Piraten an diesem heiligen Ort der Bruderschaft beredeten, sollte große Folgen haben …

ENDE VOM DRITTEN TEIL

port_royal.jpg

Auszüge aus dem Logbuch der Cassiopée Rapture:
Zum teil sehr frei aus dem Französischem übersetzt

Persönliche Anmerkungen des Kapitäns

Samstag /18.11.1690/Morgens/bewölkt, Wind aus Ost,Nordost/10kn Fahrt/Kurs West

Heiliges Blau, der Château Latour ist beinahe alle, wen ich den Männern Merlot zu trinken geben muss ist eine Meuterei vorprogrammiert. Da hilft nur noch eines, ich lasse den Hosenzwang aussetzen. Das sollte sie wieder milde stimmen. Da werden die kahlen Beinchen vom Steuermann mal wieder Farbe bekommen. Ich muss nur daran denken den Bootsmann sie bei Sichtkontakt mit Feindschiffen den befehl zum wieder anziehen geben zu lassen.

Donnerstag/07.12.1690/Morgens/klarer Himmel, Wind aus Südosten/12kn/Kurs Süd Südwest

  • Tauschhandel erfolgreich
  • Bezahlung für den Transport der Möbel übergeben worden
  • leichte Schäden am Mobiliar wegen Fehllagerung zusammen mit Schwarzpulver
  • Unbedeutende Waffenfunktionsstörung auf de Cussys Schiff
  • Treffen in einseitigem Einverständnis aufgelöst

Donnerstag/07.12.1690/Abends/Leicht Stürmisch, wechselnder wind, voranging aus Osten/9 kn-12 kn/Kurs Süden dann Südwest

  • Sichtkontakt Streuerbord voraus
  • 2 Spanische Galeonen & 1 Schaluppe, wenig Tiefgang
  • nach Erörterung, kein Kaperversuch
  • umsegeln in weitem abstand
hatte ne gute Idee für einen Kaperversuch, aber die andern schienen sehr unsicher.
Sind Galeonen so gefährlich? Muss das noch mal nachlesen.

Montag/12.12.1690/Abends/leicht Stürmisch, Ost Südost Wind, böig/Geankert/Geankert

  • Port Royal ins sicht
    Ankern am Britischen teil des Hafens
  • Proviant und Munition aufgenommen
  • Mannschaft ausgezahlt und auf Landgang geschickt; Die Passagiere sind von Bord gegangen und der Preis führ die überfahrt wurde arrangiert
  • Landgang für die Offiziere
    Nachtrag:
Gefährliche Spiele haben die hier, wurde fast erschossen.
Etwas abergläubisch die Leute
Dahn-ti scheit entweder das Kraut oder die Zivilisation hier nicht zu bekommen
Einige der Crew besser kennen gelernt. interessanter Haufen

Dienstag/13.12.1690/Morgens/Sonnig, starker Ost Wind/Geankert/Geankert

  • Schiff ins Trockendock Gebracht und umbauten besprochen
Das wird einen Feines Schiff werden
Dahn-ti hat sich etwas arbeit besorgt. Kann nicht schaden

Nachtrag:

die Tijgerhaai vor der Küste gesichtet worden. Port Royal in Panik. James alter Freund scheint hier nicht so beliebt zu sein
Tortuga bekommt probleme mit den Spaniern. de Graaf will sich dem entgegen stellen
Er ist sehr überzeugend, und ich kann so was kaum ablehnen während alle zuhören können. Wozu habe ich mich da hinreißen lassen
andererseits, schon ne tolle Gelegenheit von sich reden zu machen…

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