The Pirate Round

Sechzehnter Teil

Worin ein Kapitän geht und ein anderer kommt

Nur wenigen Männern ist es je gelungen, ein Pirat zu werden und anschließend glücklich ins ehrliche Leben zurückzukehren. Der sogenannte Kapitän LaPierre war einer davon. Denn als er nun endlich seine geliebte Marie nach harten Prüfungen in den Armen hielt, hatte sich erfüllt, wonach er während seines großen Hazardeursspiels immer gesucht hatte. Das Blut und die Verbrechen, die sie voneinander getrennt hatten, konnten nun enden. Der Pirat Francois LaPierre konnte in Frieden ruhen und Benjamin Marlowe durfte wieder er selbst sein.
Ich kann nun offen davon berichten, weil seither manche Jahre ins Land gegangen sind. Inzwischen können Benjamin Marlowe und Marie de Lallanne an jedem Ort dieser Welt sein, außerhalb der Reichweite all jener, die ihrem Glück Schaden zufügen wollen. Und es darf daran erinnert werden: Er ist noch immer ein Meister der Verkleidung. Als Benjamin Marlowe in dem kleinen, weißen Dorf auf den Jungferninseln endgültig Abschied von seiner Mannschaft nahm, sah ich ihn zum letzten Mal. Und weder vorher noch nachher habe ich einen reicheren Piraten an Land gehen sehen.

Dieses Ende seiner Geschichte bedeutete für die Rapture ein neues Kapitel: Mit dem Weggang des Kapitäns war die Kapergemeinschaft aufgelöst. Nach altem Brauch wurde das Ende des Vertrags in Tortuga begangen, dort, wo er auch begonnen hatte. Der alte Kapitän war bewundert worden, doch hatte er sich auch einige Freiheiten herausgenommen und eine nur überschaubare Beute angehäuft. Demgemäß standen der Rapture unsichere Zeiten bevor und die Karten wurden, wie man sagt, neu gemischt.
Wohl zog der Name des Schiffs und die Konjunktur des Krieges viele Freiwillige an, doch das wichtigste fehlte – ein neuer Kapitän. Die engere Wahl fiel auf den erfahrenen Black John und den ungestümen Sedgemoore. Beide hatten ihren Wert tausendfach bewiesen und brachten ihre Lust, Schiff und Mannschaft zu führen, zum Ausdruck. Die Stimmen waren uneins, bis Dahn-Ti einen Gott des Vodun zum Schiedsspruch herbeirief. Dieser Loa weissagte, dass Black John das Amt erhalten sollte, und Sedgemoores Zeit erst noch zu kommen habe. Darin lag, wie sich zeigen sollte, eine dämonische Weisheit. So geschah es also – ein neuer Bund ward geschlossen und die nächste Kaperfahrt konnte beginnen.

Einer der ersten, die ihr Zeichen machten, war übrigens der Spanier Fernando Aguilar, ehemaliger Schiffsarzt der Vengenca. Bereitwillig schloss er sich den Piraten an, die sich glücklich schätzten, endlich einen echten Chirurg an Bord zu haben. Und ich verrate nicht zuviel wenn ich mit dem Ausblick schließe, dass er in Zukunft noch eine gewichtige Rolle spielen wird.

ENDE VOM SECHZEHNTEN TEIL

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